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erkaeltung-symptome

Was Sie schon immer

über die Erkältung wissen wollten

 

Erwachsene erkranken geschätzte zwei bis vier Mal pro Jahr an einer Erkältung, während Kinder, deren Immunsystem sich noch im Lernprozess befindet, sich bis zu zehn Mal im Jahr eine Erkältung holen können.1 Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum es noch kein Mittel gegen die Ursachen einer so verbreiteten Krankheit gibt. Hierzu zunächst ein historischer Überblick.

Wie Erkältungen in der Vergangenheit „kuriert“ wurden
Seit dem Altertum ist die Menschheit auf der Suche nach Mitteln zur Linderung von Erkältungsbeschwerden. So wurden in der Antike zum Beispiel folgende Heilverfahren angewendet:
  • Im vierten Jahrhundert vor Christus berichtet Hippokrates, dass Aderlass ein häufiges Mittel gegen Erkältungen war.
  • Im ersten Jahrhundert nach Christus empfahl der römische Philosoph Plinius Erkältungsgeplagten, „das haarige Schnäuzchen einer Maus zu küssen“.2

Was sind die Ursachen?
Jahrhundertelang wusste niemand, wodurch Erkältungen hervorgerufen werden. Heiler waren der Ansicht, dass Erkältungen durch Gifte oder „schleimige Flüssigkeiten“ entstehen. Seefahrer und Forscher entdeckten als erste, wie sich Viren verbreiten. Bei ihren Reisen beobachteten sie, dass Menschen, die in isolierten Gesellschaften lebten, keine Erkältungen kannten, bis sie Kontakt zur Außenwelt bekamen. Erst im 19. Jahrhundert begannen Wissenschaftler jedoch, die Erkältungs- und Grippeviren als Ursache zu erkennen und zu erforschen.2

Entwicklung der Behandlung von Erkältungssymptomen

Anfang des 20. Jahrhunderts entschlüsselten Wissenschaftler nach und nach die Geheimnisse von Viren und Bakterien, erkannten die Bedeutung der Immunisierung und entwickelten Impfstoffe und Arzneien gegen Erkältungssymptome.

  • 1920er Jahre
  • 1930er Jahre
  • 1930er –1940er Jahre
  • Der schottische Bakteriologe Alexander Fleming entdeckt das Penicillin, das Ausgangspunkt für die Entwicklung anderer Antibiotika ist, die noch heute gegen erkältungsbedingte sekundäre bakterielle Infektionen genutzt werden.3
  • Englischen Wissenschaftlern gelingt die Isolierung des ersten Grippevirus. Es sollte jedoch noch weitere 20 Jahre bis zur Identifizierung des Rhinovirus dauern, das zu den Auslösern von Erkältungen gehört.4
  • Der erste Grippeimpfstoff wird im Labor hergestellt.5
  • 1950er Jahre
  • 1960er Jahre
  • 2000er Jahre
  • Isolierung des ersten anerkannten Rhinovirus.4
  • Weltweite Verabreichung von Grippeimpfungen.5
  • Die gesamte genetische Sequenz der Familie der Rhinoviren wird von Wissenschaftlern der University of Maryland in den USA abgebildet.6

Warum gibt es kein Mittel gegen die Erkältungsviren?
Es gibt durchaus Mittel. Sie wirken jedoch nicht, wenn die Viren bereits tief in die befallenen Schleimhäute und in die Schleimhautzellen eingedrungen sind. Dort sind sie gegen Medikamentenwirkstoffe geschützt. Man kann die Viren dann nur noch zerstören, wenn man die Zellen und damit die Schleimhaut zerstört. Hinzu kommt dass es sehr viele unterschiedliche Virenstämme gibt, die Erkältungen hervorrufen können. So gibt es alleine über 200 verschiedene Viren, die sich in den Atemwegen vermehren und zu Erkältungssymptomen in den Atmungsorganen führen können. Das Rhinovirus, das nach Schätzungen von Forschern für 40 Prozent aller Erkältungen verantwortlich ist, hat um die 100 verschiedenen Stämme. Weitere Viren, die zu Beschwerden in den Atemwegen führen können, sind die Koronaviren (verantwortlich für 10%), die Respiratorischen Synzytial-Viren oder RSV (10% bis 15%), die Adenoviren, die Parainfluenzaviren und die Enteroviren.7 Wegen dieser Vielzahl von Viren und weil diese sich ständig in ihrem genetischen Material verändern, gibt es keine Schutzimpfung gegen Erkältungen.

Im Unterschied zu Krankheiten wie Pocken oder Kinderlähmung gibt es keine universelle Behandlung mit einem Wirkstoff, der alle Erkältungsviren abdeckt. Fortlaufende Entwicklungen in der Natur, welche immer neue Virusvarianten hervorbringen, z.B. bei der Übertragung von Tieren auf den Menschen (Schweinegrippe), stellen die Menschheit vor immer neue Herausforderungen.

Zwar sind Erkältungen in der Regel nicht lebensbedrohlich, jedoch machen es ihre weltweite Verbreitung und der Leidensdruck, der durch die Symptome erzeugt wird, erforderlich, weiter zu forschen und sicherzustellen, dass Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, die eine Linderung der Symptome bewirken oder das Erkältungsvirus bekämpfen, um die Ausbreitung von Erkältungswellen zu verhindern.

1
Common Cold, National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institutes of Health [Erkältungen, Nationales Institut für Allergien und Infektionskrankheiten; Nationale Gesundheitsinstitute]; Retrieved/gefunden am 21.05.2009 http://www3.niaid.nih.gov/topics/commoncold.
2
Gwaltney, JM, Medical Reviews: Rhinoviruses, The Yale Journal of Biology and Medicine [Medizinische Rundschau: Rhinoviren, Yale Biologie- und Medizinjournal], 1975; 48, 17-45.
3
Bennett, JS, Chung, KT, Alexander Fleming and the discovery of penicillin, Advances in Applied Microbiology [Alexander Fleming und die Entdeckung des Penicillins, Fortschritte in der angewandten Mikrobiologie], Academic Press, 2001: 168-172.
4
Tyrrell, D, Fielder, M, Cold Wars: The Fight Against the Common Cold [Der Kalte Krieg: der Kampf gegen Erkältungen], Oxford University Press, 2002.
5
Kuszewski, K, Brydak, L, The epidemiology and history of influenza [Die Epidemiologie und Geschichte der Grippe], Biomed & Pharmacother, 2000; 54: 188-95.
6
Palmenberg, AC, Spiro, D, Kuzmickas, R, Wang, S, Djikeng, A, Rathe, JA, Fraser-liggett, CM, Liggett, SB, Sequencing and Analysis of All Known Human Rhinovirus Genomes Reveals Structure and Evolution [Sequenzierung und Analyse aller bekannten menschlichen Rhinovirus-Genome gibt Aufschluss über Struktur und Evolution], in Science, 03.04. 2009; 324(5923): 55-9.
7
Treanor, J, Hayden, F, Infectious Diseases of the lungs—Viral Infections, [Infektionskrankheiten der Lunge – Virale Infektionen], Textbook of Respiratory Medicine [Textbuch der Pneumologie], 3. Ausgabe, W. B. Saunders Company, Philadelphia, 1988; 1: 932.
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.